🌅 Morgen
Unser Morgen begann um 9 Uhr mit dem Üblichen.
Nachdem wir dann aufgestanden und gerichtet waren, verließen wir das Hotel und machten uns auf den Weg.
Wir hatten gestern bereits die zahlreichen Mietfahrräder bemerkt und deren Preise verglichen.
Heute war es dann soweit, und wir buchten direkt am Morgen für umgerechnet 1,60 € unser erstes Fahrrad.

Mit diesem fuhren wir etwa zehn Minuten erneut zum Nyhavn.

🥐 Frühstück
Dort machten wir nicht nur ein Foto am Tag, sondern besuchten ebenfalls eine Bäckerei für einen Happen zum Frühstück.

Für Marc gab es ein Schokocroissant und für mich etwas Vergleichbares mit zitronigem Geschmack.
🌅 Vormittag
Im Anschluss liefen wir von dort zum Kastellet (Kastell von Kopenhagen).
Diese sternförmige Festungsanlage wurde zwischen 1626 und 1664 unter König Christian IV. errichtet und diente damals der Verteidigung der Stadt.
Heute wird sie vor allem vom dänischen Militär genutzt, ist aber auch öffentlich zugänglich und dient den Anwohnern als Ort zum Entspannen oder Joggen.

Ebenfalls innerhalb des Kastells steht eine kleine Windmühle, die 1847 erbaut wurde und heute als Denkmal erhalten ist.

Nachdem wir durch die schöne Anlage spaziert waren, war unser nächster Stopp die direkt in der Nähe liegende Den Lille Havfrue, das ist Dänisch für Die kleine Meerjungfrau.

Nach einem kurzen Blick über den Kanal und einem Foto ließen wir die kleine Meerjungfrau und das Kastell hinter uns und fuhren mit der Fähre auf die andere Kanalseite ins Reffen-Viertel.
Die Fahrt gestaltete sich als kleine Herausforderung, da bei uns beiden die App für die Fahrkarten nicht funktionieren wollte.
Freundlicherweise drückte der Bootsmann nach unserer kurzen Demonstration ein Auge zu.

Nach einem kurzen Fußweg erreichten wir das Gelände von Reffen – offiziell Refshaleøen.
Reffen ist der umgangssprachliche Name des Areals auf der ehemaligen Schiffswerft Burmeister & Wain.
Heute dient das Gelände als Streetfood- und Kulturareal, in dem zahlreiche Essensstände, Bars und Ateliers zu finden sind.

Wie auf dem Bild vielleicht schon zu erkennen ist, waren die Straßen allerdings völlig leer.
Unser Problem mit den Öffnungszeiten zog sich nämlich weiter durch.
Letzte Woche zu Halloween war Saisonabschluss, und alle Lokale bleiben bis zum Frühjahr geschlossen.
🌇 Mittag
Mit etwas Enttäuschung und dem festen Willen, heute noch ein Smørrebrød zu essen, verließen wir Reffen Richtung Süden und liefen zur Fristaden Christiania – der Freistadt Christiania.

Dies ist eine autonome und alternative Gemeinde, die seit 1971 besteht.
Sie entstand, als eine Gruppe von Hausbesetzern ein ehemaliges Militärgelände übernahm und dort eine selbstverwaltete Kommune gründete.
Bis heute ist Christiania geprägt von Kreativität, Selbstbestimmung und einer liberalen Haltung.

Wir schlenderten durch die zum größten Teil selbst gebauten Häuser und ließen den besonderen Lebensstil auf uns wirken.
🍣 Mittagessen
Außerdem fanden wir hier ein gemütlich aussehendes Lokal.
Wir wissen nicht, ob es Zufall war oder die linke Einstellung der Bewohner die Preise positiv beeinflusst, aber unser Mittagessen war – trotz eines in Dänemark normalerweise sehr teuren Biers – nur halb so teuer wie unser gestriges Abendessen.

🌆 Nachmittag
Nach unserem Mittagessen verließen wir Christiania und mieteten uns erneut ein Fahrrad, um uns das Opernhaus und den zugehörigen Park anzusehen.
Auf dem Weg dorthin machten wir noch einen kurzen Stopp bei der Vor Frelsers Kirke (also Erlöserkirche) im Stadtteil Christianshavn, wovon es aber leider kein Bild gibt.
Das Opernhaus war eigentlich nichts Besonderes, der Park daneben aber sehr schön.
Dort gab es ein einzelnes Gebäude, das in der Mitte ein Loch mit Pflanzen hatte.

Wie sich herausstellte, war die gesamte Konstruktion eine Tiefgarage – die Treppe auf unserem Bild führt also direkt zu den Parkdecks.
Nach dem Bestaunen der außergewöhnlichen Tiefgarage machten wir uns wieder mit dem Fahrrad auf den Weg zum Rosenborg Slot.
Dieses Schloss wurde Anfang des 17. Jahrhunderts unter König Christian IV. als Sommerresidenz erbaut und beherbergt heute die dänischen Kronjuwelen.

Unsere restliche Zeit verbrachten wir mit Bummeln in der Stadt.
Weil das natürlich hungrig macht, aßen wir dort einen dänischen Hotdog von einem Foodtruck.

Dieser war recht gut – wenn auch, bis auf die leuchtend rote Farbe der Wurst, nichts Besonderes.
🍜 Abendessen
Unser Abendessen fiel heute äußerst ausgewogen aus.
Wir wollten unseren einzigen Stopp in Dänemark noch dazu nutzen, um einige dänische Süß- und Salzigkeiten zu probieren.
Deshalb bremsten wir auf dem Heimweg im Netto ein und kauften alles ein, was das Herz begehrt.

Die Geschmackserfahrung war durchwachsen.
Im Gegensatz zu den hervorragenden Frühstücksangeboten schwächeln die Dänen für unseren Geschmack bei den Süßigkeiten etwas.
Wir hatten Gummibärchen und Marshmallows, die ziemlich gut waren – abgesehen davon waren die Erfahrungen eher mittelmäßig.
Unser Lichtblick war aber Matilde, eine dänische Schokoladenmilch aus der Dose, die wirklich lecker ist.
🌙 Abend
Damit war unser Tag auch schon ziemlich zu Ende.
Wie mittlerweile fast üblich, verbrachten wir den Abend mit der weiteren Planung der Reise sowie ein bisschen Entspannung.
✨ Highlight des Tages
- Christiania und die Woodstock Bar
- Das Parkhaus
- Das Kopenhagener Kastell
💭 Stimmung & Gedanken
Ein Gedanke, der uns gestern und heute begleitet hat, sind die hohen Preise hier.
Uns war natürlich bewusst, dass die skandinavischen Länder höhere Lebenshaltungskosten haben, trotzdem waren wir in der Praxis manchmal überrascht.
Als kleines Beispiel haben wir heute Mittag darüber nachgedacht, ein Schokocroissant zu essen.
Dieses wäre mit 8 € natürlich nicht unbezahlbar, trotzdem haben wir uns entschieden, dass es uns das nicht wert ist.
Ähnlich ging es uns mit dem Eintritt ins Rosenborg Slot, der ungefähr 20 € pro Student gekostet hätte – dafür, dass man das Grundstück und Gebäude betreten darf.
Wir möchten betonen, dass wir uns nicht über die Preise beschweren wollen – es ist lediglich schwierig, das eigene Gefühl von Preis-Leistung an die neuen Gegebenheiten anzupassen.
🏃🏽♀️ Schritte
- Julian: 23.644
- Marc: 24.755
📸 Bild des Tages

Das Bild zeigt ein Kunstwerk aus der Christiania Art Gallery in Kopenhagen.
Es spielt humorvoll, aber kritisch auf die zunehmende Kontrolle in der einst selbstverwalteten Freistadt Christiania an.
Dort dominierte früher ein alternativer Lebensstil, der heute zum Teil streng überwacht wird.
Mittelpunkt der Konflikte ist, wie so oft, der Cannabiskonsum der Bewohner und die strengen Gesetze des Landes.
Letztes Jahr gab es deswegen eine große Razzia, die die Autonomie der Bewohner in diesem Bereich weitestgehend eingeschränkt hat.
👩🏻🤝👨🏽 Selfie des Tages

Zitat des Tages
Ne, hier können wir nicht essen. Da muss schon Smørrebrød auf der Karte stehen.